Stadtparlamente in Rüdesheim und Bingen streben eine Rad- und Fußgängerbrücke über den Rhein an.

Die Stadtverordnetenversammlungen in Rüdesheim (3.9.) und Bingen (15.9.) wollen die wegweisende Idee von Bürger*innen in Rheinland-Pfalz, zwischen Rüdesheim und Bingen eine Brücke nur für den Fuß- und Radverkehr zu errichten, auf ihre Realisierbarkeit prüfen. In Bingen wurde der entsprechende Antrag sogar mit den Stimmen aller Fraktionen beschlossen. Damit ist das visionäre Projekt mit dem Arbeitstitel „Grüne Welle“ eindeutig wahrscheinlicher geworden. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Rheinland-Pfalz begrüßt die Beschlüsse der Kommunen.

Der Radfahrverband wirbt für die Realisierung der Rad- und Fußverkehrsbrücke, weil – nicht nur in der Gegend von Bingen und Rüdesheim – ein Defizit an guter, attraktiver und sicherer Infrastruktur für aktive Mobilität (also den Rad- und Fußverkehr) besteht. Die ‚Grüne Welle‘ könnte ein Sinnbild der Verkehrswende werden. Dafür, was sich in Zeiten des Klimawandels bei Planung und Bau von Verkehrswegen ändern muss – und auch ändern kann.

Anders als bei den immer wieder diskutierten Projekten für Autobrücken über den Rhein würde es sich bei der „Grünen Welle“ um eine deutlich leichtere Konstruktion handeln. Aktuell wird ein Standort favorisiert, der fußläufig die beiden Bahnhöfe der beiden Städte verbinden und so auch eine perfekte Verknüpfung für Fußgänger*innen und Radfahrer*innen zwischen den beiden Verkehrsverbünden darstellen würde. Dabei sind die ökologischen und finanziellen Lasten erheblich geringer als bei einer Brücke für den Autoverkehr.

Der Bedarf für eine Rad- und Fußverkehrsbrücke ist an dieser Stelle zweifellos vorhanden: Auf einer Länge von rund 90 Flusskilometern existiert am Rhein zwischen Mainz und Koblenz keine bauliche Querung des Mittelrheins. Zwar gibt es Fährverbindungen, doch diese stellen bei Niedrigwasser den Betrieb ein – angesichts des bereits feststellbaren Klimawandels wird mit dieser Situation künftig noch häufiger zu rechnen sein.

Nach den Vorstellungen der Ideengeber des gleichnamigen Arbeitskreises soll sich die „Grüne Welle“ harmonisch in das Landschaftsbild einfügen und ihrerseits zur Touristenattraktion werden. Auch ein konkreter Anlass ist im Blick: So könnte die Brücke das architektonische Highlight der für 2029 im Mittelrheintal geplanten Bundesgartenschau werden. Gleichzeitig ergibt sich auch ein Anschluss des neuen Radweges zwischen Rüdesheim und Assmannshausen an die Radwege auf rheinhessischer Seite (Nahe-und Selztalradweg).

Nach den Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlungen in Rüdesheim und Bingen, die Realisierbarkeit dieses Projekts zu prüfen, könnte als erster Schritt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Zudem sind Baulast, Finanzierung und Förderung des Projektes durch Mittel der Bundesländer Rheinland-Pfalz und Hessen sowie der Landkreise zu klären.

Die erste Rad- und Fußverkehrsbrücke über den Rhein wäre die „Grüne Welle“ nicht, denn auch die Städte Straßburg und Kehl werden durch die „Passerelle des Deux Rives“ miteinander verbunden, die mit rund 400 Metern allerdings deutlich kürzer ausfällt als die etwa 1.000 Meter lange geplante Querung zwischen Rüdesheim und Bingen, welche damit die längste Radbrücke Europas wäre. Auch die Dreiländerbrücke, auf der Radfahrer*innen und Fußgänger*innen zwischen der deutschen Stadt Weil am Rhein und dem französischen Huningue unterwegs sein können, weist mit 250 Metern eine geringere Läange auf.

Um weiter öffentlich für Unterstützung der „Grünen Welle“ zwischen Rüdesheim, und Bingen zu werben, haben die Initiatoren auf openpetition.de eine Online-Petition eingestellt.


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