Mehr Radverkehr – weniger Schadstoffe

P R E S S E M E L D U N G

Mainz, im März 2018

 

ADFC Rheinland-Pfalz zum drohenden Dieselfahrverbot

 

Mehr Radverkehr – weniger Schadstoffe

 

„Rauf aufs Rad!“ lautet die Antwort des ADFC Rheinland-Pfalz auf das aktuelle Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum Dieselfahrverbot. In Rheinland-Pfalz sind vor allem Mainz und Ludwigshafen bei den Grenzwertüberschreitern für Stickoxide und andere Schadstoffe. Deshalb fordert der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Rheinland-Pfalz ein konsequentes Umdenken Richtung Fahrrad. „Jede zweite Autofahrt ist kürzer als fünf Kilometer, jede vierte sogar kürzer als zwei Kilometer“, zitiert der ADFC-Landesvorsitzende in Rheinland-Pfalz, Christian von Staden, eine Erhebung des Fraunhofer Instituts. „Das sind absurde Verhältnisse – vor allem in Städten – und die ließen sich leicht ändern, wenn Fahrradfahren attraktiver wird.“

Der ADFC RLP hat konkrete Vorschläge, wie Menschen für die saubere Alternative „Fahrrad“ zu begeistern sind:

  • ein durchgehendes Radwegenetz
  • das Freihalten von Radspuren von illegal parkenden Fahrzeugen
  • mehr Leihradangebote
  • bewachte Abstellanlagen an wichtigen ÖPNV-Stationen
  • Kaufprämien für gewerblich genutzte Lastenräder
  • Fahrradparkhäuser
  • Abstellanlagen an belebten Standorten
  • mehr Tempo-30-Zonen für ein besseres Miteinander und niedrigeren Schadstoffausstoß.

„Der ADFC fordert Sofortinvestitionen und mehr Platz für den Radverkehr“, so Christian von Staden. „Die Politik muss zugunsten des Rad- und des öffentlichen Nahverkehrs umdenken. Denn unser Radverkehrsanteil liegt bei gerade mal elf Prozent am Gesamtverkehr, die Holländer haben deutlich mehr als das Doppelte, dort wollen wir hin.“ Die Idee eines kostenlosen Nahverkehrs in Städten sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, allerdings reiche das derzeitige Angebot für eine deutliche Verkehrsentlastung nicht aus. „Kurzfristige Maßnahmen helfen nicht“, resümiert der ADFC-RLP-Vorsitzende. „Wir brauchen eine andere Infrastruktur: Fußgänger und Radfahrer müssen Vorrang haben, und das heißt, dass ich auch ohne Auto meine Ziele gut erreichen kann.“ Mehr Radverkehr bringe die Lebensqualität in die Städte zurück: weniger Schadstoffe, weniger Lärm, weniger Gefährdung und weniger Hektik – so der ADFC Rheinland-Pfalz.

Der Bundesverband des ADFC hat eine Arbeitshilfe mit vielen, teils schnell umsetzbaren Maßnahmen erarbeitet, die Interessenten auf der offiziellen Website einsehen können: https://www.adfc.de/verkehr–recht/radverkehr-foerdern/adfc-arbeitshilfe-saubere-luft/adfc-arbeitshilfe-saubere-luft                                                         (307 Wörter, 2.400 Anschläge)

 

 

Rechtslage: Bis zu Fahrverboten dauert es noch

Wer Fahrverbote auf welcher Grundlage erlassen kann, war bisher unklar. Vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ging es darum, ob Kommunen schon jetzt Fahrverbote eigenmächtig erlassen dürfen auf Basis des Bundesimmissionsschutzgesetzes und der entsprechenden Verordnungen. Leipzig hat jetzt entschieden: Ja, das dürfen sie. Nun hat die Bundesregierung angekündigt, über die Straßenverkehrsordnung eine Regelung zu schaffen „zur Anordnung von streckenbezogenen Verkehrsverboten“. Kommunen und Umweltschützer dagegen wollen eine „Blaue Plakette“ als bundesweite Kennzeichnung relativ sauberer Autos. Das lehnt die Bundesregierung bisher ab.

 

Nähere Informationen zum ADFC Rheinland-Pfalz e.V. unter www.adfc-rlp.de oder auf  Facebook: www.facebook.com/adfcrlp.

Fahrradfahren in der Stadt. Hier: Friedrichstraße in Berlin.
Berlin, 29.10.2015

Bildunterschrift

Vor allem im Stadtverkehr: Weg vom Auto, hin zum Fahrrad – das fordert der ADFC Rheinland-Pfalz als langfristige Strategie.                             Foto: ADFC (honorarfrei)


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